So entstehen unsere Optischen Medien

Das PreMaster

Das CD PreMaster ist die Produktionsvorlage für die Herstellung von Compact Discs. Es enthält ein bit-genaues Abbild des zu vervielfältigen Programms. Das Programm enthält neben dem eigentlichen Repertoire eine Reihe von Steuerdaten. Diese versorgen das spätere Abspielgerät mit den nötigen Informationen zu Inhalt und Beschaffenheit der CD.

Die üblichen Formate für CD-PreMaster sind: DDP (als Fileset) oder Audio CD-R für die CD-Audio Produktion bzw. CD-R für die CD-ROM Produktion.

Computer Monitor

Das DDP-Master wird am Rechner erstellt und dem nachfolgenden Glasmastering per FTP übertragen

Ähnlich verhält es sich bei der DVD. Die formartgerechte Aufarbeitung des Repertoires sowie die Programmierung der komplexen Menüstruktur der DVD ist Aufgabe des DVD-Authorings. Das resultierende DVD PreMaster enthält ein bitgenaues Image der herzustellenden Datenträgers. Für jeden einzelnen DVD-Layer wird ein separates PreMaster benötigt.

Die mögliche Formate für DVD PreMaster sind: DVD-R mit DVD Image oder DLT-Tape.

CD PreMaster und DVD PreMaster dienen nun als Vorlagen für das nachfolgende Glasmastering.

Das Glasmaster und die Presswerkzeuge

CD Glasmaster

Das Presswerkzeug ist in die Maschine eingesetzt

Die “Einsen” der digitalen Information werden mittels eines heißen Laserstrahls auf eine mit Lack beschichtete Glasplatte übertragen. Dies geschieht durch Brennen kleiner Löcher in den Lack entlang einer spiralförmigen Linie. Die digitalen “Nullen” des PreMasters aktivieren den Laser nicht. Diese Nullen werden auf dem Lack repräsentiert durch die zwischen den Löchern stehen gebliebenen Ebenen. Die entstandenen Aussparungen im Lack werden nun mit Säure ausgewaschen und anschließend versilbert. Zu sehen auf der Glasplatte ist schließlich eine spiralförmige Endlosrille, zusammengesetzt aus einer ungleichmäßigen Abfolge winziger Täler aus Silber und Hochebenen aus Lack. Dieser Prozess erinnert uns auch ein wenig an das altehrwürdige Verfahren des Kupferstichs.

Eine CD wird beschichtet

Eine CD wird beschichtet

Entstanden ist ein CD- beziehungsweise DVD-Positiv, welches (theoretisch) bereits abgespielt werden könnte. Von diesem Glasmaster nun werden auf galvanischem Wege aufeinander folgend drei, jeweils immer widerstandsfähiger werdende, Abbilder erzeugt. Das letzte dieser Abbilder ist das endgültige Presswerkzeug, welches als Maschinenteil in die Produktionsmaschinen eingesetzt wird. Der Galvanik-Prozess insgesamt ähnelt dem Hergang zur Herstellung von Presswerkzeugen für die Schallplatten-Produktion.

Das Glasmaster wird während des galvanischen Prozesses unwiederbringlich zerstört. Schlimm ist das aber nicht, denn das letzte galvanische Abbild – das Presswerkzeug – überlebt. Es wird eingelagert und kann für spätere Nachauflagen benutz werden.

Die Replikation

DVD-9 Dual Layer

Die beiden Discs einer Dual Layer DVD werden zusammengefügt

Das während des Glasmasterings hergestellte Presswerkzeug dient nun als Gussform für die Replikation. Hierzu wird flüssiger Kunststoff in die Form gepresst. Es folgt eine Aluminiumbeschichtung, die der CD oder DVD ihr gewohnt silbernes Aussehen verleiht. Das Metall fördert nicht nur ihre Schönheit, sondern soll vor allem dem Laser beim Abtasten der Information unterstützen. Wir erinnern uns: die digitale Information wurde als eine spiralförmige Abfolge von winzigen Tälern und Hochebenen angelegt. In den Tälern wird das unterdeckende Aluminium sichtbar. Der Laser des Players erkennt über die Eigenschaften “hohe Reflexion” (Aluminium ja) und “niedrige Reflexion” (Aluminium nein) den binären Code.

Der Labelaufdruck

Siebdruck

Das Label einer CD wird hier im Siebdruck aufgebracht

Die CD oder DVD ist jetzt fast fertig. Die Oberfläche der runden Scheibe wird noch zum Schutz gegen Kratzer und für ein langes Leben mit einer dünnen, ultra transparenten Lackschicht versiegelt. Abschließend erfolgt die Bedruckung der CD/DVD-Oberfläche – wahlweise im Siebdruck (siehe Foto) oder Offsetdruck. Und hiermit hat der Silberling sein endgültiges Erscheinungsbild erhalten! Nur hübsch einkleiden müssen wir ihn noch.

Die Konfektionierung

Maschinelle Konfektionierung: Nachdem die Booklets und Inlays automatisch in die Cases gelegt sind, werden hier die Discs in die Trays gesetzt

Automated DVD packaging system Zwischenzeitlich sind die bestellten Booklets, Inlaycards oder auch noch einiges mehr aus der Druckerei eingetroffen. Als Letztes sorgen automatische Verpackungsmaschinen (oder wenn es zu kompliziert wird, auch echte Menschen) für die Konfektionierung von Datenträger, Drucksachen und Box.

 

Von der Anlieferung des PreMasters bis zum fertig konfektionierten Produkt ist wenig mehr als eine Woche vergangen. Eine Woche, in der allerhand passiert ist!

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