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So entstehen unsere Schallplatten

Die Überspielung

Unter Einsatz einer Schallplatten-Schneideapparatur wird eine Folie mit dem Audioprogramm bespielt. Daher wird dieser qualitätsentscheidende Produktionsschritt ganz unprätentiös “Überspielung” genannt. Bei der Überspielung also graviert ein beheizter Schneidestichel die Klanginformation auf die Oberfläche einer mit Lack beschichteten Folie. Diese Gravur geschieht in Form einer analog zu den elektrischen Audiosignalen modulierten, spiralförmigen Endlosrille.

Neumann VMS 80 Schneidemaschine für den Schnitt auf Lack (Foto: Rainer Maillard / GNU-Lizenz)

Die fertig geschnittene Folie hat bereits viel Ähnlichkeit mit einer fertigen Schallplatte. Und tatsächlich, man könnte sie sogar mit einem gewöhnlichen Plattenspieler abspielen. Nach einigen Durchläufen allerdings wäre die Folie aufgrund Ihrer weichen Struktur beschädigt. Aus diesem Grunde folgen nun aufeinander drei galvanischen Prozesse, während welcher mit jedem Durchgang härter und widerstandsfähiger werdende, metallische Abbilder der fragilen Lackfolie erzeugt werden.

Die Vollentwicklung

Galvanik

Das erste Negativ wird auf galvanischem Wege hergesdtellt

Die bespielte Lackfolie wird zunächst mit Silber beschichtet und dadurch elektrisch leitend gemacht. Von der versilberten Lackfolie wird nun auf galvanischem Wege ein negatives Abbild aus Kupfer oder Nickel erstellt (siehe Foto). Dieses Negativ wird als “Vater” bezeichnet. Von dem Vater wird in einem erneuten galvanischen Prozess ein Positiv erstellt, die so genannte “Mutter”. Diese Mutter könnte man bereits auf einem Plattenspieler abspielen, und zur Kontrolle wird dies gelegentlich auch getan. Ein letzter Abzug – nun wieder ein Negativ – heißt “Sohn”. Dieser Sohn wird schließlich zur weiteren Steigerung seiner mechanischen Haltbarkeit verchromt. Et Voila! Fertig ist das finale Presswerkzeug zur Replikation von erneuten Positiven. Und diese Positive nennt man: Schallplatten.

Hiermit wäre der klassische Weg von der Überspielung bis zur Herstellung der Presswerkzeuge beschrieben. Es existiert noch ein zweites, moderneres Verfahren, welches wir für einen guten Teil unserer Produktionen bevorzugen.

Das Direct Metal Mastering

Für das Direct Metal Mastering ist die Schneideapparatur diesmal mit einem unverwüstlichen Stichel aus Diamant ausgestattet. Das muss so sein, denn hier wird nicht auf weiche Lackfolie, sondern direkt auf eine harte verkupferte Edelstahlplatte geschnitten. Direct To Metal also. Bei der direkten Überspielung auf Kupfer kann unter Umgehung von “Mutter” und “Vater” direkt der “Sohn” (also das fertige Presswerkzeug) gebildet werden. Dies ist der entscheidende Vorteil des Verfahrens über den traditionellen Lackschnitt. Es entfallen zwei Qualität mindernde Kopierprozesse.

DMM-Überspielung

Eine DMM-Überspielung wird überprüft

Gepresste Schallplatten mit DMM-Vorgeschichte zeichnen sich durch geringe Nebengeräusche wie Knistern und Knacksen und geringe mechansich bedingte Klangverluste aus. Sie klingen klarer als Schallplatten von Lackmastern. Allerdings sind DMM-Platten aufgrund ihrer geringeren Rillentiefe einen wenig leiser in der Wiedergabe und leiden unter einer etwas erhöhten Abnutzung.

Pauschal kann man nicht sagen, dass Direct Metal Mastering dem Lackschnitt überlegen ist. Die großen Vorteile des DMM sind genannt; bei besonders schwierigem Material allerdings – zum Beispiel bei stark überschießenden Transienten – ist die technnische Tolrenz zwischen “noch sauber” und “schon verzerrt” gefährlich gering. Der Lackschnitt reagiert in Grenzsituationen gutmütiger, so dass als sein großer Pluspunkt ein weicher und warmer Klang genannt wird.

Hat unser Kunde keine eigene Präfernz für eines der beiden Verfahrten, wählen wir auf Basis der spezifischen Programmbeschaffenheit die geeignete Option.

Die Pressung

Als Rohmaterial für die Schallplatten-Pressung dient der Kunststoff PVC. Der vollständige chemische Name des Materials – Polyvinylchlorid – ist der Erwähnung wert, denn er ist Ursprung für den Kosenamen “Vinyl”. Für den Pressvorgang wird eine Menge von 140 bis 180g PVC mit zugesetzten Farbpigmenten benötigt. Das Zumischen von Farbpigmenten ist üblich, da chemisch reines PVC eine sehr unattraktive, milchig opale Farbe aufweist. Die typische Farbe von schwarzen Schallplatten entsteht durch Zugabe von Ruß. Für andere Farben kommen künstliche Farbstoffe zum Einsatz.

Frisch gepresste LP

Eine frisch gepresste LP wird an den Rändern sauber geschnitten

Die Materialmischung wird nun zusammen mit den beiden Etiketten zwischen die Presswerkzeuge (jeweils eines für Seite A und B) gebracht. Unter einem enormen Druck von 80 kg per Quadratzentimeter und bei einer Temperatur von 150 Grad Celsius werden die beiden Matrizen für einige Sekunden gegeneinander gepresst. Daraufhin wird die Presse blitzschnell mit kaltem Wasser durchspült, um die Matrizen wieder ein wenig herunter zu kühlen. Auf diese Weise kann die Schallplatte schnell und leicht aus der Pressform befreit werden. Ein Messer schneidet noch die Ränder sauber (siehe Foto), und fertig ist die Scheibe! Die gepressten Exemplare werden auf einer Spindel gesammelt und warten nun auf ihre Konfektionierung.

Die Konfektionierung

Heidelberg Druckmaschine

Unsere LP-Taschen und andere Drucksachen entstehen im 4c-Druck auf Heidelberg Speedmaster Druckmaschinen

Zwichenzeitlich sind die Schallplattenhüllen und sonstigen Drucksachen wie Textblätter, Posterbeilagen oder Sticker eingetroffen, welche bei uns allesamt auf modernen 4c-Druckstrassen entstehen (siehe Foto). Die Konfektionierung von Schallplatte und Verpackung allerdings geschieht auch heutzutage noch zum guten Teil in Handarbeit, weshalb wir unseren Kunden auch hinsichtlich der Konfektionierung manchen Sonderwunsch erfüllen können. Das Produkt  wird nun noch cellophaniert und in passende Kartons verpackt. Abschließend wird die verkaufsfertige Handeslware an unseren Auftragsgeber oder direkt an dessen Abnehmer versandt.

Video: How Vinyl Records are made

How It's Made

Sehenswert: Historischer PR-Film von 1956

Als Toningenieure noch Schlips und Kragen bei der Arbeit  trugen und Datenverarbeitung auf hochmodernen Lochkarten erfolgte, wurde “The Sound And The Story” als recht aufwendiger Werbefilm produziert. Die Produktion dokumentiert den Prozess von der Orchesteraufnahme über die Schallplattenherstellung bis hin zur Distribution der Ware.

Video anschauen

So funktioniert eine CD-Recordable

Der Rohling

DVD-Recordables auf Spindel

Der CD-R und DVD-R Rohling besteht zuvorderst aus einem transparenten Kunststoffträger. Auf der Oberfläche befindet sich eine vorgefertigte spiralförmige Rille – ähnlich einer Schallplatte. Aber anders als beim Vinyltonträger dient diese Rille dem Laser beim Schreiben und Lesen nur als Führungsrille. Das eigentliche Speichermedium ist eine veränderbare Schicht aus organischem Farbstoff. Der Farbstoff ist nebenbei Ursache für den wunderschönen blauen oder grünen Schimmer der Recordables. Unter dem organischen Material befindet sich eine weitere dünne Schicht aus Aluminium, Silber oder gar Gold. Sie dient der Lichtreflexion. Das Material verleiht der CD aber auch ihr charakteristisch metallisches Aussehen.

Die Aufnahme

Coloured CD-Recordables

CD- Recordables mit farbiger Grundierung

Beim Beschreibungsvorgang werden entlang der Führungsrillen durch Hitzewirkung des Lasers kleine Gruben in das organische Substrat gebrannt. Diese ausgebrannten Gruben legen die darunterliegende Metallschicht frei. Hierdurch entstehen Punkte erhöhter und verringerter Reflexion. Die komplementären Eigenschaften „Grube ja-nein“ oder „hohe Reflexion ja-nein“ repräsentieren den digitalen Code:
Grube gebrannt = hohe Reflexion = Digital 1. Keine Grube gebrannt = niedrige Reflexion = Digital 0.

Die Wiedergabe

Beim Lesevorgang kommt ein weit schwächerer Laserstrahl zum Einsatz; so schwach, dass er die Beschaffenheit des Substrates, und somit die Dateninformation, nicht wieder verändern kann. Der Laser leuchtet entlang der Führungsrille die eingebrannten Gruben sowie deren Zwischenräume aus. Die Intensität des von der CD reflektierten Lichts wird von einem lichtempfindlichen Detektor im Lesegerät gemessen und als eine Abfolge von Punkten hoher oder geringer Reflexion erkannt. Das digitale Muster aus der Abfolge „hohe Reflexion: ja/nein“ entspricht also der digitalen Information die vorher über Hitzebehandlung auf die CD kodiert wurde.

Kleines Kompendium GEMA

Kultur

Die uns umgebende kulturelle und mediale Vielfalt ist nur möglich, weil das Werk des Künstlers und Urhebers bei uns wie auch in den meisten Ländern der Welt als geistiges Eigentum anerkannt ist. Der Schutz dieser persönlichen Rechte liegt also gleichwohl im Interesse der Gemeinschaft. Das sieht auch der Gesetzgeber so, denn unlängst wurden die schon lange bestehenden Urheber- und Leistungsschutzrechte aufgrund stark zugenommener Rechteverletzung und Piraterie bestätigt und gestärkt.

Geschichte

Geboren wurde die Idee einer Verwertungsgesellschaft von dem Komponisten Richard Strauss. Es grämte ihn, daß Andere an seinen sehr erfolgreichen und allerorts aufgeführten Kompositionen Geld verdienten, ihm selbst aber vom eigenen Kuchen kein Stück übrig blieb. Seit nun einem Jahrhundert vertritt die “Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” die Interessen der Inhaber von musikalischen Urheberrechten. Rechtsinhaber musikalischer Werke sind: Komponisten, Textdichter, Arrangeure und Musikverlage.

Aufgaben

Die GEMA administriert neben den mechanischen Vervielfältigungsrechten auch die Rechte für die Aufführung auf Bühnen, die Wiedergabe an öffentlichen Orten sowie die Rechte für Radio- und TV Sendung. Im Rahmen der Datenträgerproduktion interessieren wir uns hier nur für die mechanischen Rechte. Die “mechanische” Vervielfältigung von Programmen jeder Art bedarf grundsätzlich der Zustimmung der Rechteinhaber. Im Falle von Musik-Programmen werden die Rechtsinhaber fast immer von der GEMA vertreten. Die Zustimmung zur Vervielfältigung wird routinemäßig erteilt. Allerdings stehen in diesem Fall den Urhebern Vergütungen zu, für welche die GEMA das Inkasso übernimmt. Die Höhe der Vergütung bemisst sich nach Art des musikalischen Werkes, Spielzeiten, Menge der replizierten Tonträger und Abgabepreis an den Handel.

Anmeldung einer Produktion

Jede industrielle Vervielfältigung eines Tonträgers oder Datenträgers muss bei der GEMA angemeldet werden. Die Anmeldepflicht gilt auch dann, wenn Ihr selbst Rechteinhaber seid oder wenn sämtliche Musiktitel “GEMA-frei” sind. GEMA-frei bedeutet hier, es gibt entweder keine Rechteinhaber (mehr) oder aber die GEMA vertritt die beteiligten Rechte nicht. In beiden Fällen wird zwar angemeldet, es werden aber keine Lizenzabgaben an die GEMA fällig. Was aber ist, wenn Ihre CD oder DVD gar keine Musik enthält? Egal, auch in diesem Fall muß eine Anmeldung erfolgen. Sie beschränkt sich aber auf das schlichte Statement, daß eben keine Musik enthalten ist.

Kleines Kompendium Rechte

Urheberrecht und Leistungsschutz

Bei der Vervielfältigung von Inhalten jeglicher Art auf Datenträgern werden in der Regel zwei Kategorien von Rechten berührt. Das sind erstens die Urheberrechte und zweitens die Leistungsschutzrechte. Die Urheberrechte betreffen die Rechte der geistigen Urheber der Programme, sowie die Rechte der beteiligten Verlage. Urheber sind zum Beispiel Komponisten und Autoren.Die Leistungsschutzrechte betreffen einerseits die Rechte der darstellenden Künstler und andererseits die Rechte der Hersteller bzw. Inhaber der technischen Aufnahmen und Programme. Inhaber von Leistungsschutzrechten sind zum Beispiel Musikinterpreten und Schallplattenfirmen.

Vervielfältigung

Geistiges Eigentum

Geistiges Eigentum ist geschützt

Eine Vervielfältigung eines Werkes auf Datenträgers darf nur dann erfolgen, wenn erstens die beteiligten Urheberrechte mit den Urhebern geklärt bzw. im Falle von Musik über die GEMA abgegolten wurden; und zweitens, wenn entweder Ihr selbst Inhaber der Leistungsschutzrechte seid oder Ihr von den Inhabern dieser Rechte zur Vervielfältigung autorisiert worden seid (Lizenznahme).

The Future of Audio Engineering

This is a fascinating essay from John La Grou. He is predicting (nothing less than) the future of music production.

Future of Audio Engineering

Holodeck on the Head

“One hundred years ago, Oscar Wilde noted that life imitates art. Today, technology mimics science fiction. In the not-too-distant future audio engineers will have a holodeck on their head. The future of music, audio, filmmaking, gaming – any creative media construction, from inception, to post-production, to delivery – is truly boundless and limited only to our collective imagination”.

John La Grou is the inventor of POW-r, the word’s leading digital bit-length reduction algorithm, licensed to companies such as Apple and Avid. He is also founder and CEO of Millennia Media, a world leader in the desgin of audio- electronica for critical acoustic music. Roughly half of all major Hollywood films scores are recorded via Millennia electronics.

Read more (Tape Op Magazine)

Common Misconceptions about Mastering

Master & Servant Cups

Justin Perkins: “The most interesting part of the mastering session are the intervals”

“A very big part of my job as a mastering engineer is educating clients before, after, and during their project” – says fellow mastering engineer Justin Perkins. Certainly true in our experience! This is an interesting article published by Pro Audio Files.

Article: “Common misconceptions about the mastering process”. Read more