Bibliothek

Waldmeister-330x180In der Bibliothek sammeln wir interessante Artikel und Beiträge rund um das Thema Medienherstellung. Viel Spaß beim Stöbern!

Our Library is a collection of interesting articles about the manufacturing of media. We hope you enjoy browsing.

W bibliotece zbieramy ciekawe artykuły i wpisy na temat produkcji mediów. Zapraszamy do przeglądania!

The sound and the story: how vinyl records are made

The-Sound_300x200_WP

Sehenswerter PR-Film von 1956

Als Toningenieure noch Schlips und Kragen bei der Arbeit  trugen und Datenverarbeitung auf hochmodernen Lochkarten erfolgte, wurde “The Sound And The Story” als recht aufwendiger Werbefilm produziert. Die Produktion dokumentiert den Prozess von der Orchesteraufnahme über die Schallplattenherstellung bis hin zur Distribution der Ware.

Video anschauen

Wie funktioniert eigentlich eine CD-Recordable?

Der Silberling

Der CD-R und DVD-R Rohling besteht zuvorderst aus einem transparenten Kunststoffträger. Auf der Oberfläche befindet sich eine vorgefertigte spiralförmige Rille – ähnlich einer Schallplatte. Aber anders als beim Vinyltonträger dient diese Rille dem Laser beim Schreiben und Lesen nur als Führungsrille. Das eigentliche Speichermedium ist eine veränderbare Schicht aus organischem Farbstoff. Der Farbstoff ist nebenbei Ursache für den wunderschönen blauen oder grünen Schimmer der Recordables. Unter dem organischen Material befindet sich eine weitere dünne Schicht aus Aluminium, Silber oder gar Gold. Sie dient der Lichtreflexion. Das Material verleiht der CD aber auch ihr charakteristisch metallisches Aussehen.

Die Aufnahme

Orange CD-R_200x300_WP

Recordables mit farbig bedruckter Oberfläche

Beim Beschreibungsvorgang werden entlang der Führungsrillen durch Hitzewirkung des Lasers kleine Gruben in das organische Substrat gebrannt. Diese ausgebrannten Gruben legen die darunterliegende Metallschicht frei. Hierdurch entstehen Punkte erhöhter und verringerter Reflexion. Die komplementären Eigenschaften „Grube ja-nein“ oder „hohe Reflexion ja-nein“ repräsentieren den digitalen Code:
Grube gebrannt = hohe Reflexion = Digital 1. Keine Grube gebrannt = niedrige Reflexion = Digital 0.

Die Wiedergabe

Beim Lesevorgang kommt ein weit schwächerer Laserstrahl zum Einsatz; so schwach, dass er die Beschaffenheit des Substrates, und somit die Dateninformation, nicht wieder verändern kann. Der Laser leuchtet entlang der Führungsrille die eingebrannten Gruben sowie deren Zwischenräume aus. Die Intensität des von der CD reflektierten Lichts wird von einem lichtempfindlichen Detektor im Lesegerät gemessen und als eine Abfolge von Punkten hoher oder geringer Reflexion erkannt. Das digitale Muster aus der Abfolge „hohe Reflexion: ja/nein“ entspricht also der digitalen Information die vorher über Hitzebehandlung auf die CD kodiert wurde.

“Hilfe! Dies ist mein erster Tonträger!”
Zusammenfassung GEMA

Kulturelle Werte?

Die uns umgebende kulturelle und mediale Vielfalt ist nur möglich, weil das Werk des Künstlers und Urhebers bei uns wie auch in den meisten Ländern der Welt als geistiges Eigentum anerkannt ist. Der Schutz dieser persönlichen Rechte liegt also gleichwohl im Interesse der Gemeinschaft. Das sieht auch der Gesetzgeber so, denn unlängst wurden die schon lange bestehenden Urheber- und Leistungsschutzrechte aufgrund stark zugenommener Rechteverletzung und Piraterie bestätigt und gestärkt.

Geschichte

Gema-Schrift_160_WP

Das bekannte Signet erscheint auf dem Etikett aller von der GEMA lizensierten Datenträger.

Geboren wurde die Idee einer Verwertungsgesellschaft von dem Komponisten Richard Strauss. Es grämte ihn, daß Andere an seinen sehr erfolgreichen und allerorts aufgeführten Kompositionen Geld verdienten, ihm selbst aber vom eigenen Kuchen kein Stück übrig blieb. Seit nun einem Jahrhundert vertritt die “Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” die Interessen der Inhaber von musikalischen Urheberrechten. Rechtsinhaber musikalischer Werke sind: Komponisten, Textdichter, Arrangeure und Musikverlage.

Aufgaben

GEMA_200x200_WP

Jede Vervielfältigung bedarf der Zustimmung der Rechteinhaber

Die GEMA administriert neben den mechanischen Vervielfältigungsrechten auch die Rechte für die Aufführung auf Bühnen, die Wiedergabe an öffentlichen Orten sowie die Rechte für Radio- und TV Sendung. Im Rahmen der Datenträgerproduktion interessieren wir uns hier nur für die mechanischen Rechte. Die “mechanische” Vervielfältigung von Programmen jeder Art bedarf grundsätzlich der Zustimmung der Rechteinhaber. Im Falle von Musik-Programmen werden die Rechtsinhaber fast immer von der GEMA vertreten. Die Zustimmung zur Vervielfältigung wird routinemäßig erteilt. Allerdings stehen in diesem Fall den Urhebern Vergütungen zu, für welche die GEMA das Inkasso übernimmt. Die Höhe der Vergütung bemisst sich nach Art des musikalischen Werkes, Spielzeiten, Menge der replizierten Tonträger und Abgabepreis an den Handel.

Anmeldung einer Produktion

Jede industrielle Vervielfältigung eines Tonträgers oder Datenträgers muss bei der GEMA angemeldet werden. Die Anmeldepflicht gilt auch dann, wenn Ihr selbst Rechteinhaber seid oder wenn sämtliche Musiktitel “GEMA-frei” sind. GEMA-frei bedeutet hier, es gibt entweder keine Rechteinhaber (mehr) oder aber die GEMA vertritt die beteiligten Rechte nicht. In beiden Fällen wird zwar angemeldet, es werden aber keine Lizenzabgaben an die GEMA fällig. Was aber ist, wenn Ihre CD oder DVD gar keine Musik enthält? Egal, auch in diesem Fall muß eine Anmeldung erfolgen. Sie beschränkt sich aber auf das schlichte Statement, daß eben keine Musik enthalten ist.

“Hilfe! Ich fertige meinen erster Datenträger!”
Kurze Zusammenfassung Rechte

Urheberrecht und Leistungsschutz

Bei der Vervielfältigung von Inhalten jeglicher Art auf Datenträgern werden in der Regel zwei Kategorien von Rechten berührt. Das sind erstens die Urheberrechte und zweitens die Leistungsschutzrechte. Die Urheberrechte betreffen die Rechte der geistigen Urheber der Programme, sowie die Rechte der beteiligten Verlage. Urheber sind zum Beispiel Komponisten und Autoren.Die Leistungsschutzrechte betreffen einerseits die Rechte der darstellenden Künstler und andererseits die Rechte der Hersteller bzw. Inhaber der technischen Aufnahmen und Programme. Inhaber von Leistungsschutzrechten sind zum Beispiel Musikinterpreten und Schallplattenfirmen.

Vervielfältigung

Rechte_300x200_WP

Geistiges Eigentum ist gesetzlich geschützt

Eine Vervielfältigung eines Werkes auf Datenträgers darf nur dann erfolgen, wenn erstens die beteiligten Urheberrechte mit den Urhebern geklärt bzw. im Falle von Musik über die GEMA abgegolten wurden; und zweitens, wenn entweder Ihr selbst Inhaber der Leistungsschutzrechte seid oder Ihr von den Inhabern dieser Rechte zur Vervielfältigung autorisiert worden seid (Lizenznahme).

Und, wie genau, entsteht eine Schallplatte?

Die Überspielung

Unter Einsatz einer Schallplatten-Schneideapparatur wird eine Folie mit dem Audioprogramm bespielt. Daher wird dieser qualitätsentscheidende Produktionsschritt ganz unprätentiös “Überspielung” genannt. Bei der Überspielung also graviert ein beheizter Schneidestichel die Klanginformation auf die Oberfläche einer mit Lack beschichteten Folie. Diese Gravur geschieht in Form einer analog zu den elektrischen Audiosignalen modulierten, spiralförmigen Endlosrille. Die fertig geschnittene Folie hat bereits viel Ähnlichkeit mit einer fertigen Schallplatte. Und tatsächlich, man könnte sie sogar mit einem Plattenspieler abspielen. Nach einigen Durchläufen allerdings wäre die Folie aufgrund Ihrer weichen Struktur zerstört. Aus diesem Grunde folgen nun aufeinander drei galvanischen Prozesse. Während dieser werden mit jedem Durchgang härter und widerstandsfähiger werdende metallische Abbilder der fragilen Lackfolie erzeugt.

Die Galvanik und Erstellung Presswerkzeuge

Schniede-1_300x200-III

Bearbeitung der Matrizen

Die bespielte Lackfolie wird zunächst mit Silber beschichtet und dadurch elektrisch leitend gemacht. Von der versilberten Lackfolie wird nun auf galvanischem Wege ein negatives Abbild aus Kupfer oder Nickel erstellt. Dieses Negativ wird als “Vater” bezeichnet. Von dem Vater wird in einem erneuten galvanischen Prozess ein Positiv erstellt, die so genannte “Mutter”. Diese Mutter könnte man bereits auf einem Plattenspieler abspielen, und zur Kontrolle wird dies gelegentlich sogar getan. Ein letzter Abzug – nun wieder ein Negativ – heißt “Sohn”. Dieser Sohn wird schließlich zur weiteren Steigerung seiner mechanischen Haltbarkeit verchromt. Et Voila! Fertig ist das finale Presswerkzeug zur Replikation von erneuten Positiven. Diese Positive nennt man: Schallplatten!

Hiermit wäre der klassische Weg von der Überspielung bis zur Herstellung der Presswerkzeuge beschrieben. Es existiert noch ein zweites, etwas moderneres Verfahren, welches von MASTER & SERVANT auch routinemäßig bevorzugt wird.

Das DMM / Direct To Metal Mastering

Für das Direct To Metal Mastering ist die Schneideapparatur diesmal mit einem unverwüstlichen Stichel aus hartem Diamant ausgestattet. Das muss so sein, denn hier wird nicht auf weiche Lackfolie, sondern direkt auf eine harte verkupferte Edelstahlplatte geschnitten. Direct To Metal also. Bei der direkten Überspielung auf Kupfer kann unter Umgehung von “Mutter” und “Vater” direkt der “Sohn” (also das fertige Presswerkzeug) gebildet werden. Dies ist der entscheidende Vorteil des Verfahrens über den traditionellen Lackschnitt. Es entfallen zwei Qualität mindernde, mechanische Kopierprozesse.

Gepresste Schallplatten mir DMM-Vorgeschichte zeichnen sich aus durch geringere Störgeräusche, geringere Verzerrungen sowie kristallklare Höhen. Die Nachteile des DMM-Prozesses sollen nicht verschwiegen bleiben: DMM-Platten sind aufgrund ihrer etwas geringeren Rillentiefe einen wenig leiser in der Wiedergabe und weisen eine geringfügig höhere mechanische Abnutzung auf. Diese Nachteile sollen uns aber nicht allzusehr beunruhigen, denn die Vorteile des Verfahrens wiegen schwer.

Die Pressung

Vinyl-Weich_300x200

Der bestaussehende Datenträger aller Zeiten:
30 cm-Schallplatte

Als Rohmaterial für die Schallplatten Pressung dient der Kunststoff PVC. Der vollständige chemische Name des Materials – Polyvinylchlorid – ist der Erwähnung wert, denn er inspirierte zu dem uns gebräuchlichen Kurznamen Vinyl. Für den Pressvorgang wird eine Menge von 140 bis 180g PVC mit zugesetzten Farbpigmenten benötigt. Das Zumischen von Farbpigmenten ist üblich, da chemisch reines PVC eine sehr unattraktive, milchig-teiltransparente Farbe aufweist. Die typische Farbe von schwarzen Schallplatten entsteht durch Zugabe von Ruß. Für andere Farben kommen künstliche Farbstoffe zum Einsatz.

Die Materialmischung wird nun zusammen mit den beiden Etiketten zwischen die Presswerkzeuge (jeweils eines für Seite A und Seite B) gebracht. Unter einem enormen Druck von 80 kg per Quadratzentimeter und bei einer Temperatur von 150 Grad Celsius werden die beiden Matrizen für einige Sekunden gegeneinander gepresst. Daraufhin wird die Presse blitzschnell mit kaltem Wasser durchspült um die Matrizen wieder ein wenig herunter zu kühlen. Auf diese Weise kann die Schallplatte schnell und leicht aus der Pressform befreit werden. Ein Messer schneidet noch die Ränder sauber, und fertig ist die Scheibe! Die gepressten Exemplare werden auf einer Ablage-Spindel gesammelt und warten nun auf ihre Abholung durch das freundliche Verpackungspersonal.

Der Pressvorgang einer einzigen Schallplatte dauert gut 30 Sekunden. Man kann sich leicht ausrechen, wie lange eine einzelne Maschine mit der ganzen Auflage beschäftigt ist. Der Herstellungsprozess ist verglichen mit der modernen CD-Fertigung nur wenig automatisiert. Das ist leicht nachzuvollziehen, denn die jüngsten Pressmaschinen wurden vor 29 Jahren gebaut.

Wie entsteht eine CD?

Das PreMaster

Über die Erstellung eines PreMasters erzählen wir in der Sektion “Mastering” einiges Interessantes mehr. An dieser Stelle halten wir es knapp.

Das CD PreMaster ist die Produktionsvorlage für die Herstellung von Compact Discs. Es enthält ein bit-genaues Abbild des zu vervielfältigen Programms. Das Programm enthält neben dem eigentlichen Repertoire zudem eine Reihe von Steuerdaten. Diese versorgen das spätere Abspielgerät mit den nötigen Informationen zu Inhalt und Beschaffenheit der CD.

Die üblichen Formate für CD-PreMaster sind: DDP (Fileset) oder Audio CD-R für die CD-Audio Produktion bzw. CD-R für die CD-ROM Produktion.

Ähnlich verhält es sich bei der DVD. Die formartgerechte Aufarbeitung des Repertoires sowie die Programmierung der komplexen Menüstruktur der DVD ist Aufgabe des DVD-Authorings. Das resultierende DVD PreMaster enthält ein bitgenaues Image der herzustellenden Datenträgers. Für jeden einzelnen DVD-Layer wird ein separates PreMaster benötigt.

Die mögliche Formate für DVD PreMaster sind: DVD-R mit DVD Image oder DLT-Tape.

Das Glasmaster

Stamper_300x200_WP

Presswerkzeug

CD PreMaster und DVD PreMaster dienen als Vorlagen für das nachfolgende Glasmastering.

Die “Einsen” der digitalen Information werden mittels eines heißen Laserstrahls auf eine mit Lack beschichtete Glasplatte übertragen. Dies geschieht durch Brennen kleiner Löcher in den Lack entlang einer spiralförmigen Linie. Die digitalen “Nullen” des PreMasters aktivieren den Laser nicht. Diese Nullen werden auf dem Lack repräsentiert durch die zwischen den Löchern stehen gebliebenen Ebenen. Die entstandenen Aussparungen im Lack werden nun mit Säure ausgewaschen und anschließend versilbert. Zu sehen auf der Glasplatte ist schließlich eine spiralförmige Endlosrille, zusammengesetzt aus einer ungleichmäßigen Abfolge winziger Täler aus Silber undHochebenen aus Lack. Dieser Prozess erinnert uns ein wenig an das altehrwürdige Verfahren des Kupferstichs.

Entstanden ist ein CD- beziehungsweise DVD-Positiv, welches (theoretisch) bereits abgespielt werden könnte. Von diesem Glasmaster nun werden auf galvanischem Wege aufeinander folgend drei, jeweils immer widerstandsfähiger werdende, Abbilder erzeugt. Das letzte dieser Abbilder ist das endgültige Presswerkzeug, welches als Maschinenteil in die Produktionsmaschinen eingesetzt wird. Der Galvanik-Prozess insgesamt ähnelt der Herstellung von Presswerkzeugen im Rahmen der traditionellen Schallplatten-Fertigung.

Das Glasmaster wird während des galvanischen Prozesses unwiederbringlich zerstört. Schlimm ist das aber nicht, denn das letzte galvanische Abbild – das Presswerkzeug – überlebt. Es wird eingelagert und kann für spätere Nachauflagen benutz werden.

Die Pressung

Gruene Spindel_300x200_WP

Frisch gepresste CDs werden gesammelt

Das während des Glasmasterings hergestellte Presswerkzeug dient nun als Gussform für die Replikation. Hierzu wird flüssiger Kunststoff in die Form gepresst. Es folgt eine Aluminiumbeschichtung, die der CD oder DVD ihr gewohnt silbernes Aussehen verleiht. Das Metall fördert aber nicht nur ihre Schönheit, sondern soll dem Laser beim Abtasten der Information helfen. Wir erinnern uns: die digitale Information wurde als eine spiralförmige Abfolge von winzigen Tälern und Hochebenen angelegt. In den Tälern wird das unterdeckende Aluminium sichtbar. Der Laser des Players erkennt über die Eigenschaften “hohe Reflexion” (Aluminium ja) und “niedrige Reflexion” (Aluminium nein) den binären Code.

Die CD oder DVD ist jetzt fast fertig. Die Oberfläche der runden Scheibe wird noch zum Schutz gegen Kratzer und für ein langes Leben mit einer dünnen, ultra transparenten Lackschicht versiegelt. Abschließend erfolgt die Bedruckung der CD/DVD-Oberfläche – wahlweise im Siebdruck oder Offsetdruck.

Und hiermit hat der Silberling sein endgültiges Erscheinungsbild erhalten! Nur hübsch einkleiden müssen wir ihn noch. Denn zwischenzeitlich sind die bestellten Booklets, Inlaycards oder auch noch einiges mehr aus der Druckerei eingetroffen. Als Letztes sorgen automatische Verpackungsmaschinen (und wenn es zu komplizierter wird, auch echte Menschen) für die Konfektionierung von Datenträger, Drucksachen und Box.

Seit der Anlieferung von PreMaster bis zum fertig konfektionierten Produkt ist kaum mehr als eine Woche vergangen. Wie Ihr seht, eine Woche, in der allerhand passiert ist.